26.04.: Die letzten 100 brechen an

Sarria – Mercadoiro ~19 km

Nach der erholsamen Nacht in Sarria sind die Kräfte wieder aufgetankt und es kann – natürlich erneut im Dauerregen – Richtung Portomarin gehen.

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Ab Sarria ändert sich das „Gesicht “ des Jakobswegs ein wenig. Der Grund: Hier beginnen die letzten 100 km. Es tritt geradezu eine Schwemme an 100-Kilometer-Pilgern auf – der Einfachheit halber nenne ich sie nur noch Touristen. Nur wer die letzten 100 km des Weges gelaufen ist, bekommt im Pilgerbüro der Kathedrale von Santiago seine persönliche Compostela ausgehändigt. Manche gehen vielleicht nur deswegen das letzte Stück des Weges und nicht aus anderen, persönlichen Gründen. Touristen eben! Sie sind optisch meist leicht auszumachen. Kleiner Rucksack – oft lassen sie sich ihr Gepäck sogar vom Taxi von A nach B fahren. Meist schnelleren Schrittes unterwegs als diejenigen, die schon mehrere 100 km gelaufen sind. Des weiteren ziehen viele eine Parfümwolke hinter sich her, während die Pilger im Idealfall geruchsneutral sind, häufig auch Gerüche hinterlassen, definitiv aber kein Parfümduft.

Zum Weg. Einmal mehr Regen. Sollte man nun denken ich wäre so langsam genervt vom ständigen Dauerregen, so muß ich sagen das dieser heute sogar zur Belustigung beigetragen hat. Die Wege und Pfade hinauf über Barbadelo, Peruscallo bis hin nach Ferreiros waren durch den Dauerregen extrem aufgeweicht, standen teilweise zentimeterhoch unter Wasser. Es war ein Genuß so manchem Touristen dabei zuzusehen, wie er oder sie in Turnschuhen – auf den Zehenspitzen versuchend keinen allzu großen optischen Schaden davon zu tragen – die matschigen Stellen überwinden wollten.

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Meine Erfahrung der letzten Tage sagte mir, dass dies eh keine Aussicht auf Erfolg hat. So lief ich meist quer hindurch. So lange die matschige Pampe nicht meine Knöchel erreichte und in die Schuhe floß hatte ich alles richtig gemacht.

Als der Anstieg zur Anhöhe überwunden war kam ich dann endlich da an, wo ich schon immer hin wollte 🙂
Zur Abwechslung schien sogar einmal für eine viertel Stunde die Sonne.

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Der Weg zog sich weiter durch kleine Ortschaften in denen – unverkennbar dem Geruch nach zu Urteilen – die Landwirtschaft dominiert.

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Das heutige Etappenziel liegt ziemlich genau an der 100 Kilometer-Marke zu Santiago de Compostela , was am Ortseingang mit dem Kilometerstein deutlich gemacht wird.
Die Herberge in dem Ort ist sehr angenehm. Besonders erwähnenswert ist das urige Café und Speisehaus – ein Bau aus dem 17. Jahrhundert in dem den dort übrnachtenden Pilgern am Abend sogar der Kamin entzündet wurde.

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