30.04.: Mit Dic und Ibu unterwegs nach Lavacolla

A Feroza – Lavacolla ~26 km

Es ist halb Sieben als ich von der abseits vom Hauptweg gelegenen Herberge aufbreche. Es ist noch stockdunkel. Nach 300 Metern endet die Strassenbeleuchtung. Mit einer kleinen Minitaschenlampe leuchte ich den Feldweg aus. Es sind rund 600 Meter bis ich auf den Pfad treffe, der mit dem gelben Wegweiser markiert ist. Da er in einen dichten Wald führt beschließe ich etwas zu warten, bis der Morgen dämmert. Es sind 6:45 Uhr. Die Dämmerung müßte um 7 beginnen. Um mir die Wartezeit zu verkürzen schalte ich den Music-Player auf meinem Handy an. „Jan Josef Liefers“ – passt jetzt irgendwie.
Punkt 7 laufe ich dann los. Die Musik lasse ich an. Ich begegne sowieso erst mal niemand. Die letzte Herberge in Arzua liegt 90 min. zurück. Bis zur nächsten Herberge in Salcada sind es noch etwa 7 km.

image

Es geht durch lauter kleine Weiler. Ein Bauer ist wach und kümmert sich ums Vieh. Der Rest schläft noch.
Um 8.30 Uhr erreiche ich die erste offene Bar in Salcada in der ich das klassische spanische Frühstück zu mir nehme. Café con Leche mit stark geröstetem Toast und Marmelade.

image

Mein rechtes Bein ist ruhig. Dic und Ibu leisten gute Arbeit. Bei einem Dopingtest würde ich wahrscheinlich sang- und klanglos durchfallen, aber das ist jetzt egal.
Nach der Pause ziehe ich weiter und laufe bis Capilla de Santa Irene, wo ich mir den nächsten Café gönne. Durch meinen unüblichen Startpunkt treffe ich nur wenige Peregrinos unterwegs an. Alles unbekannte Gesichter. Die Weggefährten von letzter Woche haben mich gestern und vorgestern bestimmt überholt und sind längst in Santiago angekommen.

image

image

image

Mit so viel Gelassenheit spulen sich die Kilometer fast wie von alleine ab. Kurz vor O Pedrouzo komme ich an einer netten Bar vorbei. Zeit für eine Stärkung.

An dieser Stelle sei einmal die hervorragende Gastfreundlichkeit gelobt. Nahezu überall erhält man zu seinem bestellten Bier einen kleinen Snack gratis. Oliven, etwas Schinken oder wie hier etwas Weißbrot mit spanischer Salami.

image

Die Kilometersteine täuschen ein wenig. Mittlerweile wurde die Strecke etwas verändert aber die uralten Steine natürlich nicht umplatziert. Zu den Angaben muß man jeweils noch ca. 6 km dazu rechnen. Doch jetzt bin ich mir wieder sicher auch die letzten Kilometer zu schaffen. Mittlerweile hat sich das Wetter auch wieder verschlechtert. Nieselregen. Poncho an! Aber das ist jetzt alles egal!
Weiter geht’s auf dem Weg über O Pedrouzo in Richtung Flughafen Santiago. Dort ist ein nettes Café das scheinbar leckeres Mittagessen anbietet. Da ich Hunger habe gehe ich rein und…….

Ken und Christin – ich treffe Pilgerbekanntschaften wieder. Mit Ken hatte ich das letzte mal in Ruitelán Kontakt. Er hatte auch bei den Buddhisten übernachtet. Christin habe ich zuletzt in Sarria vor 5 Tagen gesehen. Sie mußte zwischendurch einen Pausentag einlegen da es ihr nicht gut ging. Super! Es sind also doch noch Leute unterwegs die ich kenne.
Wir verständigen uns darauf heute in einer Unterkunft in Lavacolla zu übernachten und dann morgen früh gemeinsam die letzten 10,2 Kilometer zur Kathedrale zurück zu legen.

image

image

Sollten nun noch Fragen zur Überschrift bestehen, hier die Auflösung:

Dic = Diclofenac
Ibu = Ibuprofen

Advertisements

3 Kommentare zu “30.04.: Mit Dic und Ibu unterwegs nach Lavacolla

Kommentiere diesen Beitrag

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s