14 Tage Camino – und nun?

Rückkehr:
Am Samstag Nachmittag um 15.50 Uhr landete mein Flieger am Flughafen Köln/Bonn. 14 wunderbare Tage, vollgepackt mit jeder Menge Begegnungen, Erfahrungen und neuer Erkenntnisse liegen hinter mir. Die Zeit auf DEM Camino ist vorerst für mich vorbei. Und nun?

Urlaub auf dem Camino?:
Wir kennen es doch fast alle. Du bist im Urlaub. 1 Woche, 14 Tage, vielleicht 3 Wochen? Kaum zu Hause angekommen verfällt man schnell in seinen Alltagstrott und die Erholung des Urlaubs ist schnell vorüber.

Zunächst möchte ich feststellen, das der Camino keinesfalls Urlaub ist. Die 14 Tage waren streckenweise sehr hart und anstrengend, teilweise schleppte man sich Nachmittags die letzten Kilometer bis zur „rettenden“ Herberge – teilweise durch Regen und Sturm. Am letzten Tag hatte ich sogar das Wasser in den Schuhen stehen, so sehr hat es geregnet.
Insbesondere die Etappen über den Monte Irago, den Camino Duro und den OCebreiro-Pass habe ich als körperlich sehr anstrengend, aber auch als prägenste und schönste Abschnitte empfunden.

Das

Das „Cruz Ferro“ auf der Hochebene des Monte Irago

Der Camino ist kein Urlaub. Er ist vielmehr eine Reise die man als Weg seiner selbst verstehen kann. Du hast schwierige aber schöne Abschnitte – oder leicht zu laufende aber vielleicht unattraktive Etappen. Du läufst über geebnete Wege, über harte asphaltierte Straßen, auf einladenden Waldwegen oder über schwer passierbares Geröll.

Was ist der Jakobsweg?:
Auf jeden Fall ist der Camino eines! Ein prägender Weg, dessen erlebte Eindrücke und Begegnungen noch lange nachhalten und dabei verhelfen, viele Dinge im Leben anders bzw. gelassener zu sehen.

In den 2 Wochen habe ich viele wunderbare Begegnungen mit anderen Menschen gehabt. Meist mit anderen Pilgern, die auf dem Camino waren. Vereinzelt auch mit Spaniern, die entlang des Weges wohnen und den Pilgern oft großen Respekt und Bewunderung zollen. Viele tiefgehende Gespräche, oft über sehr persönliche Dinge, waren und sind bei anderen Mitpilgern gut aufgehoben.

Die „Wanderung“ auf dem Jakobsweg kann einem viele Dinge geben. Doch allen, die hier unterwegs sind, gibt er auf jeden Fall eines: Zeit! Zeit! Zeit!
Während des Laufens hat man unendlich viel Zeit seine Gedanken zu strukturieren, klar im Kopf zu werden. Dinge zu bedenken und/oder zu überdenken. Diese Gelegenheit in dieser ausgeprägten Form gibt es wohl nur hier. Kein Swimming-Pool, kein Strand, keine Skipiste gibt einem diese Gelegenheit in dieser ausgeprägten Form.

steinige Wege auf dem Monte Irago

steinige Wege auf dem Monte Irago

So hart der Weg auch sein mag: Er fordert alle Deine Kräfte, doch gibt er Dir mehr an Kraft zurück als Du vorher hattest. Dieser Satz steht wohl in vielen Büchern und Berichten über den Jakobsweg – aber er ist wohl einer der allgemein für alle Menschen zutreffensten Sätze, die den Jakobsweg beschritten haben.

Wo endet der Camino?:
Ich bin von León bis Santiago gelaufen. Kein Bus – kein Taxi. Das waren rund 340 km. Auf dem Weg habe ich viele Pilger kennen gelernt die den Camino ab St.Jean-Pied-de-Port gelaufen sind. Manche von ihnen gehen sogar weiter bis Cap Finisterre. Das sind dann rund 900 km. Ich habe niemanden getroffen, der auch nur einen Schritt bereut hat. Dies tue ich auch nicht. Im Gegenteil habe ich sogar ein wenig Wehmut verspürt, als ich nach 2 Wochen in Santiago angekommen bin.
Physisch mag der Camino in Santiago de Compostela mit der Ankunft an der Kathedrale enden. Wer noch 4 Extra-Tagestouren dranhängt gelangt dann in Finisterre bzw. Muxia wirklich an das Ende der Wege, die mit dem gelben Pfeil gekennzeichnet sind. Ob der Weg hier endet muß jedoch jeder Einzelne für sich selber entscheiden. Viele sagen, dass der Weg mit der Ankunft in Santiago erst beginnt.

„Bergauf“ zum Camino Duro (Blick auf Villafranca del Bierzo)

Kommt hier noch was?

Mit den Berichten aus den letzten 2 Wochen habe ich vielleicht alles gesagt, was ich in Worte fassen kann. Da ich darauf angewiesen war, während der Reise Handyfotos hochzuladen, kommen in den nächsten Wochen noch ein paar Bilderstrecken dazu, die ich mit meiner Digitalkamera gemacht habe. Wer also an den Fotos interessiert ist sollte hin und wieder mal in den Blog reinsehen.

Vielleicht gibt es noch einen Beitrag mit den Antworten auf die am häufigsten mir gestellten Fragen – mal sehen?

Ein herzliches Dankeschön an alle, die meinen Camino-Blog so aufmerksam verfolgt haben. Für mich (und die Familie) gehen die „Jakobs-Wege“ weiter. Seit letzter Woche haben wir „Nachwuchs“ bekommen – und welchen Namen hat er selbstverständlich bekommen? JAKOB

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2 Kommentare zu “14 Tage Camino – und nun?

    • Guten Morgen Ingrid, lieben Dank für Deine Worte. Es war wirklich einzigartig. Wer vom Camino ohne eine positive Einstellung zurück kehrt hat vielleicht etwas falsch gemacht. Ich hoffe die guten Gedanken und Vorsätze lange behalten zu können.

      Gefällt 1 Person

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