Pierzo – Ruitelán (~27 km am 23.04.)

Erste Station am Tag ist Villafranca del Bierzo.

Erste Station am Tag ist Villafranca del Bierzo.

Die Stadt beheimatet 4 große Kirchen...

Die Stadt beheimatet 4 große Kirchen…

und viele schöne Bauwerke sowie ein nettes Stadtzentrum.

und viele schöne Bauwerke sowie ein nettes Stadtzentrum.

Hier kommt man auch an der "Puerta del Perdón" vorbei, der Gnadenpforte an der schwache und kranke Pilger im Mittelalter ihre Gnadencompostela erhielten.

Hier kommt man auch an der „Puerta del Perdón“ vorbei, der Gnadenpforte an der schwache und kranke Pilger im Mittelalter ihre Gnadencompostela erhielten.

Weitere imposante Bauwerke schmücken den Weg.

Weitere imposante Bauwerke schmücken den Weg.

Im Stadtzentrum die Colegiata de Santa Maria.

Im Stadtzentrum die Colegiata de Santa Maria.

Hinter der Flußbrücke muß man sich entscheiden: Hauptstrasse oder Camino Duro?

Hinter der Flußbrücke muß man sich entscheiden: Hauptstrasse oder Camino Duro?

Wir entscheiden uns für den harten Weg - den Camino Duro.

Wir entscheiden uns für den harten Weg – den Camino Duro.

420 Höhenmeter sind zu überwinden. Beim Blick ins Tal sind andere Pilger - klein wie Ameisen - zu erkennen.

420 Höhenmeter sind zu überwinden. Beim Blick ins Tal sind andere Pilger – klein wie Ameisen – zu erkennen.

Doch die Strapazen lohnen sich. Man wird belohnt...

Doch die Strapazen lohnen sich. Man wird belohnt…

mit wunderbarer Natur...

mit wunderbarer Natur…

und fantastischen Ausblicken.

und fantastischen Ausblicken.

Eine Pause zum Erholen und Geniessen muss da schon mal sein.

Eine Pause zum Erholen und Geniessen muss da schon mal sein.

Zurück im Tal ist die Anstrengung vergessen - die Bilder bleiben aber für immer im Kopf.

Zurück im Tal ist die Anstrengung vergessen – die Bilder bleiben aber für immer im Kopf.

Am heutigen Ziel fast angekommen. Der Ortseingang von Ruitelan.

Am heutigen Ziel fast angekommen. Der Ortseingang von Ruitelan.

Ein Schild lässt erkennen, dass es am nächsten Tag wohl wieder ansdtrengend werden könnte...

Ein Schild lässt erkennen, dass es am nächsten Tag wohl wieder ansdtrengend werden könnte…

Der Schlafsaal der heutigen Herberge. Der Dachboden einer Albergue, die von 2 Buddhisten geführt wird.

Der Schlafsaal der heutigen Herberge. Der Dachboden einer Albergue, die von 2 Buddhisten geführt wird.

Diese Fotostrecke gehört zum Beitrag Camino Duro und der OCebreiro Pass vom 23.04./24.04.2015

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Molinaseca – Pierzo (~26 km am 22.04.)

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung...

Am nächsten Morgen geht es weiter in Richtung…

Ponferrada. Erstmals benötige ich meinen Regenponcho.

Ponferrada. Erstmals benötige ich meinen Regenponcho.

Vorher laufe ich noch durch kleine, ruhige Vororte.

Vorher laufe ich noch durch kleine, ruhige Vororte.

In Ponferrada angekommen erreiche ich - direkt im Stadtzentrum -

In Ponferrada angekommen erreiche ich – direkt im Stadtzentrum –

die Templerburg. Ein mächtiges Bauwerk aus dem frühen Mittelalter.

die Templerburg. Ein mächtiges Bauwerk aus dem frühen Mittelalter.

Ein Stück weiter lege ich im Innenhof...

Ein Stück weiter lege ich im Innenhof…

einer scheinbar ehemaligen Klosteranlage eine Pause ein.

einer scheinbar ehemaligen Klosteranlage eine Pause ein.

Danach geht es weiter, durch dünn besiedeltes Gebiet und kleine Ortschaften.

Danach geht es weiter, durch dünn besiedeltes Gebiet und kleine Ortschaften.

Die Architektur ist hier im Gegensatz zu den Erlebnissen....

Die Architektur ist hier im Gegensatz zu den Erlebnissen….

der letzten Tage durchaus modern.

der letzten Tage durchaus modern.

In einem Weingut legen wir eine Pause ein - mit Weinprobe und Kuchen für 1,50 €.

In einem Weingut legen wir eine Pause ein – mit Weinprobe und Kuchen für 1,50 €.

 

Am Nachmittag entscheiden wir uns für eine Herberge...

Am Nachmittag entscheiden wir uns für eine Herberge…

in dem kleinen Weiler "Pierzo", knapp hinter Cacabelos.

in dem kleinen Weiler „Pierzo“, knapp hinter Cacabelos.

Das Haus ist aus dem 16. Jhdt. und auf jeden Fall ein Geheimtipp!

Das Haus ist aus dem 16. Jhdt. und auf jeden Fall ein Geheimtipp!

Diese Fotostrecke ist Teil des Beitrags Aprilwetter und der schnelle Portugiese vom 22.04.2015

Rabanal del Camino – Molinaseca / Teil 1 (~27 km vom 21.04.)

Früh am Morgen geht es weiter bergauf...

Früh am Morgen geht es weiter bergauf…

durch bunte Ginsterlandschaften.

durch bunte Ginsterlandschaften.

Die nächste Ortschaft auf dem Camino ist "Foncébadon"

Die nächste Ortschaft auf dem Camino ist „Foncébadon“

Für lange Zeit ein komplett verlassener Ort.

Für lange Zeit ein komplett verlassener Ort.

Nach dem Niedergang der Pilgerbewegung Mitte des 20. Jahrhunderts...

Nach dem Niedergang der Pilgerbewegung Mitte des 20. Jahrhunderts…

verliessen die Einwohner den Ort und ließen die...

verliessen die Einwohner den Ort und ließen die…

Häuser zurück, an denen der Zahn der Zeit nagte.

Häuser zurück, an denen der Zahn der Zeit nagte.

Seit einigen Jahren wird der Ort wiederbelebt, so gibt es einige Herbergen, eine Bar...

Seit einigen Jahren wird der Ort wiederbelebt, so gibt es einige Herbergen, eine Bar…

und eine intakte Kirche.

und eine intakte Kirche.

Ein "magischer" Ort, in dem eine Übernachtung sicherlich besonders ist.

Ein „magischer“ Ort, in dem eine Übernachtung sicherlich besonders ist.

Nach "Foncébadon" geht es weiter bergauf...

Nach „Foncébadon“ komme ich an einer Wassertränke für Vieh vorbei.

Es geht weiter bergauf, vorbei an Steinskulpturen...

Es geht weiter bergauf, vorbei an Steinskulpturen…

und Gedenksteinen an Pilger, die den Camino nicht geschafft haben.

und Gedenksteinen an Pilger, die den Camino nicht geschafft haben.

Auf der Hochebene sieht man schon von weitem das Cruz de Ferro.

Auf der Hochebene sieht man schon von weitem das Cruz de Ferro.

Die Ankunft entwickelt sich bei den meisten Pilgern unweigerlich zu einem der emotionalsten Momente auf dem Jakobsweg.

Die Ankunft entwickelt sich bei den meisten Pilgern unweigerlich zu einem der emotionalsten Momente auf dem Jakobsweg.

Mit dem Ablegen eines mitgebrachten Steins trennt sich der Pilger symbolisch von seinen Sorgen.

Mit dem Ablegen eines mitgebrachten Steins trennt sich der Pilger symbolisch von seinen Sorgen.

Das Beweisfoto: Ich war da!

Das Beweisfoto: Ich war da!

Eine kleine Kapelle am Cruz de Ferro.

Eine kleine Kapelle am Cruz de Ferro.

Danach geht es weiter über die Hochebene des Monte Irago.

Danach geht es weiter über die Hochebene des Monte Irago.

Und etwas später dann bergab über weitere uralte Bergdörfer.

Und etwas später dann bergab über weitere uralte Bergdörfer.

Etwas später erreiche ich "Manjarin", eine Wüstung auf dem kaum noch ein Stein auf dem anderen steht.

Etwas später erreiche ich „Manjarin“, eine Wüstung auf dem kaum noch ein Stein auf dem anderen steht.

Hier und da sind noch die Überreste alter Wohngebäude erkennbar.

Hier und da sind noch die Überreste alter Wohngebäude erkennbar.

 

Lediglich Tomás, der einzige Einwohner des Ortes, betreibt einen Stützpunkt für Pilger.

Lediglich Tomás, der einzige Einwohner des Ortes, betreibt einen Stützpunkt für Pilger.

In seinem Verschlag bietet er kostenlose Getränke gegen freiwillige Spende und Schlafplätze. Eine Grenzerfahung! Hier gibt es keinen Strom, kein fließendes Wasser, keine Heizung.

In seinem Verschlag bietet er kostenlose Getränke gegen freiwillige Spende und Schlafplätze. Eine Grenzerfahung! Hier gibt es keinen Strom, kein fließendes Wasser, keine Heizung.

Diese Fotostrecke ist Teil 1 des Beitrags (K)ein Spaziergang über den Monte Irago vom 21.04. und zeigt Fotos vom Streckenabschnitt „Rabanal del Camino“ bis „Manjarin“

Valdeviejas – Rabanal del Camino (~18 km vom 20.04.)

Nach dem Abstecher nach "Castrillo de Polazares" geht es weiter...

Nach dem Abstecher nach „Castrillo de Polazares“ geht es weiter…

über "Santa Catalina de Somoza" in Richtung Montes de León.

über „Santa Catalina de Somoza“ in Richtung Montes de León.

Noch sind die Wege leicht zu laufen.

Noch sind die Wege leicht zu laufen.

Am Ortseingang von "El Ganso".

Am Ortseingang von „El Ganso“.

Ab hier taucht man ein, in eine Welt, einige hundert Jahre zuvor.

Ab hier taucht man ein, in eine Welt, einige hundert Jahre zuvor.

Man fühlt sich wie in einem Western - doch es ist nur eine nette Bar.

Man fühlt sich wie in einem Western – doch es ist nur eine nette Bar.

Etwa 70 km liegen hinter mir. Bis Santiago sind es noch rund 250 km.

Etwa 70 km liegen hinter mir. Bis Santiago sind es noch rund 250 km.

Erste Zeichen der Landflucht...

Erste Zeichen der Landflucht…

sind in "El Ganso" unverkennbar.

sind in „El Ganso“ unverkennbar.

Blick vom Ortskern in Richtung Kirche.

Blick vom Ortskern in Richtung Kirche.

Störche gibt es hier reichlich. Genau so wie Kirchtürme.

Störche gibt es hier reichlich. Genau so wie Kirchtürme.

Haus in "El Ganso"

Haus in „El Ganso“

Welcher Pilger kennt sie nicht? Die berühmte blaue Tür in "El Ganso".

Welcher Pilger kennt sie nicht? Die berühmte blaue Tür in „El Ganso“.

Feldeinfriedungen mit Bruchstein.

Feldeinfriedungen mit Bruchstein.

Hinter "El Ganso" beginnt der Aufstieg in die Montes de León.

Hinter „El Ganso“ beginnt der Aufstieg in die Montes de León.

Immer wieder Steingebilde am Wegesrand.

Immer wieder Steingebilde am Wegesrand.

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die neue Kirche am Ortseingang von "Rabanal del Camino"

Nach knapp 2 Stunden erreichen wir die neue Kirche am Ortseingang von „Rabanal del Camino“

Unverkennbare Mischung aus verlassen und belebt.

Unverkennbare Mischung aus verlassen und belebt.

Für mich die schönste Ortschaft, die ich auf dem Camino erleben durfte.

Für mich die schönste Ortschaft, die ich auf dem Camino erleben durfte.

Ansichten aus "Rabanal"

Ansichten aus „Rabanal“

Die Hauptstrasse im Ort.

Die Hauptstrasse im Ort.

Architektur aus dem 18./19. Jahrhundert

Architektur aus dem 18./19. Jahrhundert

Besonders Pracht- und Prunkvoll die vergoldeten Kunstwerke in der Kapelle.

Besonders Pracht- und Prunkvoll die vergoldeten Kunstwerke in der Kapelle.

Ansichten in "Rabanal"

Ansichten in „Rabanal“

Herberge Gaucelmo in "Rabanal". Definitiv ein Geheimtipp!

Herberge Gaucelmo in „Rabanal“. Definitiv ein Geheimtipp!

So wird meist Wäsche gemacht. Handwäsche im Freien.

So wird meist Wäsche gemacht. Handwäsche im Freien.

Diese Fotostrecke ist Teil des Beitrags Zeitreise ins Mittelalter vom 20.04.2015

Der Abstecher nach Castrillo de Polvazares (vom 20.04.)

An Tag 3 machten wir einen Abstecher von der Hauptroute...

An Tag 3 machten wir einen Abstecher von der Hauptroute…

und besuchen den Ort "Castrillo de Polvazares"...

und besuchen den Ort „Castrillo de Polvazares“…

etwa 3 KM abseits der Hauptroute des Jakobswegs.

etwa 3 KM abseits der Hauptroute des Jakobswegs.

Wir werden für den längeren Weg nicht enttäuscht.

Wir werden für den längeren Weg nicht enttäuscht.

Das Städtchen ist den längeren Weg und...

Das Städtchen ist den längeren Weg und…

den Abstecher von der Hauptroute definitiv wert.

den Abstecher von der Hauptroute definitiv wert.

Der Ort wirkt wie leergefegt...

Der Ort wirkt wie leergefegt…

fast alle Häuser sind hier aber bewohnt.

fast alle Häuser sind hier aber bewohnt.

Gegenüber den folgenden Ortschaften auf dem Monte Irago...

Gegenüber den folgenden Ortschaften auf dem Monte Irago…

wirkt "Castrillo de Polvazares" durch und durch modern und gepflegt.

wirkt „Castrillo de Polvazares“ durch und durch modern und gepflegt.

Diese Fotostrecke ist Teil des Berichts Zeitreise ins Mittelalter vom 20.04.

Villavante – Valdeviejas (~26 km am 19.04.)

20-bogige Brücke über den Rio Órbigo. Längste Brücke am Jakobsweg.

20-bogige Brücke über den Rio Órbigo. Längste Brücke am Jakobsweg.

Die Brücke wurde ab dem 10./11. Jhdt. auf römischen Fundamenten errichtet.

Die Brücke wurde ab dem 10./11. Jhdt. auf römischen Fundamenten errichtet.

Blick zurück. Die Brücke ist knapp 300 m lang.

Blick zurück. Die Brücke ist knapp 300 m lang.

Die Kirche in "Hospital de Orbigo"

Die Kirche in „Hospital de Orbigo“

Eingangsportal der Kirche

Eingangsportal der Kirche

Auf dem Weg Richtung "Villares de Orbigo" lädt dieser Ort zur Pause ein

Auf dem Weg Richtung „Villares de Orbigo“ lädt dieser Ort zur Pause ein

Der Ortskern von "Villares de Orbigo"

Der Ortskern von „Villares de Orbigo“

Es geht weiter nach "Santibanez de Valdeiglesias"

Es geht weiter nach „Santibanez de Valdeiglesias“

Blick zurück auf die Kirche im Ort

Blick zurück auf die Kirche im Ort

Immer weiter - dem gelben Pfeil folgen

Immer weiter – dem gelben Pfeil folgen

Auf dem Weg zur "Oase" von André

Auf dem Weg zur „Oase“ von André

Links André - rechts ich

Links André – rechts ich

Das steinerne Wegkreuz von Santo Toribio

Das steinerne Wegkreuz von Santo Toribio

Sehr beeindruckender Ort mit dieser tollen Aussicht Richtung Astorga

Sehr beeindruckender Ort mit dieser tollen Aussicht Richtung Astorga

Am Sockel des Steinkreuzes

Am Sockel des Steinkreuzes

Die Kirche in "San Justo de la Vega". Der Wasserbrunnen war kaputt.

Die Kirche in „San Justo de la Vega“. Der Wasserbrunnen war kaputt.

Weiter in Richtung Astorga

Weiter in Richtung Astorga

Astorga rückt in greifbare Nähe.

Astorga rückt in greifbare Nähe.

Die feine Architektur lädt zum fotografieren ein.

Die feine Architektur lädt zum fotografieren ein.

Astorga

Astorga

Das Hauptportal der Kathedrale von Astorga

Das Hauptportal der Kathedrale von Astorga

Die Kathedrale - zu groß für ein anständiges Foto

Die Kathedrale – zu groß für ein anständiges Foto

 

 
Diese Fotostrecke ist Teil des Berichts Der alte und der Aussteiger vom 19.04.2015

14 Tage Camino – und nun?

Rückkehr:
Am Samstag Nachmittag um 15.50 Uhr landete mein Flieger am Flughafen Köln/Bonn. 14 wunderbare Tage, vollgepackt mit jeder Menge Begegnungen, Erfahrungen und neuer Erkenntnisse liegen hinter mir. Die Zeit auf DEM Camino ist vorerst für mich vorbei. Und nun?

Urlaub auf dem Camino?:
Wir kennen es doch fast alle. Du bist im Urlaub. 1 Woche, 14 Tage, vielleicht 3 Wochen? Kaum zu Hause angekommen verfällt man schnell in seinen Alltagstrott und die Erholung des Urlaubs ist schnell vorüber.

Zunächst möchte ich feststellen, das der Camino keinesfalls Urlaub ist. Die 14 Tage waren streckenweise sehr hart und anstrengend, teilweise schleppte man sich Nachmittags die letzten Kilometer bis zur „rettenden“ Herberge – teilweise durch Regen und Sturm. Am letzten Tag hatte ich sogar das Wasser in den Schuhen stehen, so sehr hat es geregnet.
Insbesondere die Etappen über den Monte Irago, den Camino Duro und den OCebreiro-Pass habe ich als körperlich sehr anstrengend, aber auch als prägenste und schönste Abschnitte empfunden.

Das

Das „Cruz Ferro“ auf der Hochebene des Monte Irago

Der Camino ist kein Urlaub. Er ist vielmehr eine Reise die man als Weg seiner selbst verstehen kann. Du hast schwierige aber schöne Abschnitte – oder leicht zu laufende aber vielleicht unattraktive Etappen. Du läufst über geebnete Wege, über harte asphaltierte Straßen, auf einladenden Waldwegen oder über schwer passierbares Geröll.

Was ist der Jakobsweg?:
Auf jeden Fall ist der Camino eines! Ein prägender Weg, dessen erlebte Eindrücke und Begegnungen noch lange nachhalten und dabei verhelfen, viele Dinge im Leben anders bzw. gelassener zu sehen.

In den 2 Wochen habe ich viele wunderbare Begegnungen mit anderen Menschen gehabt. Meist mit anderen Pilgern, die auf dem Camino waren. Vereinzelt auch mit Spaniern, die entlang des Weges wohnen und den Pilgern oft großen Respekt und Bewunderung zollen. Viele tiefgehende Gespräche, oft über sehr persönliche Dinge, waren und sind bei anderen Mitpilgern gut aufgehoben.

Die „Wanderung“ auf dem Jakobsweg kann einem viele Dinge geben. Doch allen, die hier unterwegs sind, gibt er auf jeden Fall eines: Zeit! Zeit! Zeit!
Während des Laufens hat man unendlich viel Zeit seine Gedanken zu strukturieren, klar im Kopf zu werden. Dinge zu bedenken und/oder zu überdenken. Diese Gelegenheit in dieser ausgeprägten Form gibt es wohl nur hier. Kein Swimming-Pool, kein Strand, keine Skipiste gibt einem diese Gelegenheit in dieser ausgeprägten Form.

steinige Wege auf dem Monte Irago

steinige Wege auf dem Monte Irago

So hart der Weg auch sein mag: Er fordert alle Deine Kräfte, doch gibt er Dir mehr an Kraft zurück als Du vorher hattest. Dieser Satz steht wohl in vielen Büchern und Berichten über den Jakobsweg – aber er ist wohl einer der allgemein für alle Menschen zutreffensten Sätze, die den Jakobsweg beschritten haben.

Wo endet der Camino?:
Ich bin von León bis Santiago gelaufen. Kein Bus – kein Taxi. Das waren rund 340 km. Auf dem Weg habe ich viele Pilger kennen gelernt die den Camino ab St.Jean-Pied-de-Port gelaufen sind. Manche von ihnen gehen sogar weiter bis Cap Finisterre. Das sind dann rund 900 km. Ich habe niemanden getroffen, der auch nur einen Schritt bereut hat. Dies tue ich auch nicht. Im Gegenteil habe ich sogar ein wenig Wehmut verspürt, als ich nach 2 Wochen in Santiago angekommen bin.
Physisch mag der Camino in Santiago de Compostela mit der Ankunft an der Kathedrale enden. Wer noch 4 Extra-Tagestouren dranhängt gelangt dann in Finisterre bzw. Muxia wirklich an das Ende der Wege, die mit dem gelben Pfeil gekennzeichnet sind. Ob der Weg hier endet muß jedoch jeder Einzelne für sich selber entscheiden. Viele sagen, dass der Weg mit der Ankunft in Santiago erst beginnt.

„Bergauf“ zum Camino Duro (Blick auf Villafranca del Bierzo)

Kommt hier noch was?

Mit den Berichten aus den letzten 2 Wochen habe ich vielleicht alles gesagt, was ich in Worte fassen kann. Da ich darauf angewiesen war, während der Reise Handyfotos hochzuladen, kommen in den nächsten Wochen noch ein paar Bilderstrecken dazu, die ich mit meiner Digitalkamera gemacht habe. Wer also an den Fotos interessiert ist sollte hin und wieder mal in den Blog reinsehen.

Vielleicht gibt es noch einen Beitrag mit den Antworten auf die am häufigsten mir gestellten Fragen – mal sehen?

Ein herzliches Dankeschön an alle, die meinen Camino-Blog so aufmerksam verfolgt haben. Für mich (und die Familie) gehen die „Jakobs-Wege“ weiter. Seit letzter Woche haben wir „Nachwuchs“ bekommen – und welchen Namen hat er selbstverständlich bekommen? JAKOB

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30.04.: Mit Dic und Ibu unterwegs nach Lavacolla

A Feroza – Lavacolla ~26 km

Es ist halb Sieben als ich von der abseits vom Hauptweg gelegenen Herberge aufbreche. Es ist noch stockdunkel. Nach 300 Metern endet die Strassenbeleuchtung. Mit einer kleinen Minitaschenlampe leuchte ich den Feldweg aus. Es sind rund 600 Meter bis ich auf den Pfad treffe, der mit dem gelben Wegweiser markiert ist. Da er in einen dichten Wald führt beschließe ich etwas zu warten, bis der Morgen dämmert. Es sind 6:45 Uhr. Die Dämmerung müßte um 7 beginnen. Um mir die Wartezeit zu verkürzen schalte ich den Music-Player auf meinem Handy an. „Jan Josef Liefers“ – passt jetzt irgendwie.
Punkt 7 laufe ich dann los. Die Musik lasse ich an. Ich begegne sowieso erst mal niemand. Die letzte Herberge in Arzua liegt 90 min. zurück. Bis zur nächsten Herberge in Salcada sind es noch etwa 7 km.

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Es geht durch lauter kleine Weiler. Ein Bauer ist wach und kümmert sich ums Vieh. Der Rest schläft noch.
Um 8.30 Uhr erreiche ich die erste offene Bar in Salcada in der ich das klassische spanische Frühstück zu mir nehme. Café con Leche mit stark geröstetem Toast und Marmelade.

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Mein rechtes Bein ist ruhig. Dic und Ibu leisten gute Arbeit. Bei einem Dopingtest würde ich wahrscheinlich sang- und klanglos durchfallen, aber das ist jetzt egal.
Nach der Pause ziehe ich weiter und laufe bis Capilla de Santa Irene, wo ich mir den nächsten Café gönne. Durch meinen unüblichen Startpunkt treffe ich nur wenige Peregrinos unterwegs an. Alles unbekannte Gesichter. Die Weggefährten von letzter Woche haben mich gestern und vorgestern bestimmt überholt und sind längst in Santiago angekommen.

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Mit so viel Gelassenheit spulen sich die Kilometer fast wie von alleine ab. Kurz vor O Pedrouzo komme ich an einer netten Bar vorbei. Zeit für eine Stärkung.

An dieser Stelle sei einmal die hervorragende Gastfreundlichkeit gelobt. Nahezu überall erhält man zu seinem bestellten Bier einen kleinen Snack gratis. Oliven, etwas Schinken oder wie hier etwas Weißbrot mit spanischer Salami.

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Die Kilometersteine täuschen ein wenig. Mittlerweile wurde die Strecke etwas verändert aber die uralten Steine natürlich nicht umplatziert. Zu den Angaben muß man jeweils noch ca. 6 km dazu rechnen. Doch jetzt bin ich mir wieder sicher auch die letzten Kilometer zu schaffen. Mittlerweile hat sich das Wetter auch wieder verschlechtert. Nieselregen. Poncho an! Aber das ist jetzt alles egal!
Weiter geht’s auf dem Weg über O Pedrouzo in Richtung Flughafen Santiago. Dort ist ein nettes Café das scheinbar leckeres Mittagessen anbietet. Da ich Hunger habe gehe ich rein und…….

Ken und Christin – ich treffe Pilgerbekanntschaften wieder. Mit Ken hatte ich das letzte mal in Ruitelán Kontakt. Er hatte auch bei den Buddhisten übernachtet. Christin habe ich zuletzt in Sarria vor 5 Tagen gesehen. Sie mußte zwischendurch einen Pausentag einlegen da es ihr nicht gut ging. Super! Es sind also doch noch Leute unterwegs die ich kenne.
Wir verständigen uns darauf heute in einer Unterkunft in Lavacolla zu übernachten und dann morgen früh gemeinsam die letzten 10,2 Kilometer zur Kathedrale zurück zu legen.

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Sollten nun noch Fragen zur Überschrift bestehen, hier die Auflösung:

Dic = Diclofenac
Ibu = Ibuprofen

29.04.: Schweres Los beim Endspurt

Boente – (Nähe) A Feroza ~12,5 km

12 Tage ohne Unterbrechung unterwegs. Streikt jetzt der Körper? Ich mußte heute schon nach 12 km aufgeben. Das Ziel scheint so nah und doch so fern. Bis nach Santiago sind es jetzt noch rund 37 km. Am Freitag Abend geht mein Bus zurück nach Madrid. Zum ersten mal dachte ich heute daran auf den letzten Metern die Segel streichen zu müssen.
Mein Knie machte heute ernsthafte Probleme.
Sicherheitshalber habe ich dann abgebrochen und behandle seit heute Mittag mit Diclofenac-Salbe, die ich unterwegs geschenkt bekommen habe.

Unterwegs ging es heute durch Laub- und Eukalyptuswälder. Das Aroma der Eukalyptusbäume ist wirklich sehr intensiv.

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Am Nachmittag habe ich mir damit Mut gemacht den bisherigen Weg zurück zu verfolgen. Ich stehe so kurz vorm Ziel. Den Rest muß ich auch noch schaffen. Für morgen habe ich noch Ibuprofen Tabletten. Zur Not müssen die helfen.

Morgen starte ich wohl sehr früh, gegen 6 Uhr – um unterwegs reichlich Pausen einlegen zu können.
300 Kilometer liegen bereits hinter mir, in 12 Tagen. Die restlichen 37 schaffe ich auch noch!

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